Motivideen für die Weiterentwicklung bzw. Neukonzeption der Kampagnenlinie und die Gestaltung von Printmedien für die bundesweite Alkohol- Präventionskampagne für Jugendliche „Alkohol? Kenn dein Limit“. Nicht -eingereichte und -verwendete Konzeptarbeit.

magazine

Jugendliche werden in einer Lebenswelt groß, in welcher der Alkoholkonsum gesellschaftlich weit integriert und kulturell legitimiert ist. Warnungen vor Gesundheitsrisiken sind ihnen zwar zu genüge bekannt, jedoch werden diese von der Alkoholindustrie mit gegenteiligen Bildern und Argumenten überschattet und dadurch unglaubwürdig.
Jugendliche sehen sich vor diverse Anforderungen gestellt. Neben der Entwicklung einer eigenen Identität, Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit, wird von Jugendlichen auch Anpassung und Integration in die Gesellschaft gefordert.

outdoor_plakat

Der Mensch das social Wesen

Mit dem Griff nach alkoholhaltigen Getränken verfolgen Jugendliche Ziele und Funktionen. Zum einen den bewussten Schritt aus dem Kindesalter mit zeitgleicher Abgrenzung zur Erwachsenenwelt, zum anderen das Dazugehören zur Peergroup und das Erleben von Abenteuern und Ungezwungenheit. Jugendliche wollen sich bewusst für einen Lebensstil entscheiden, beeinflusst durch die Versprechen der Alkoholindustrie (Spaß, Freiheit, Grenzenlosigkeit) und dem Vorleben der Gesellschaft.


Aus Poster wird Posting

Ziel unserer Plakatmotive ist es nicht Jugendliche abzuschrecken, sie zu belehren, zu warnen oder aufzuklären. Vielmehr wird angestrebt, dass sie, motiviert durch die Geschichten, die die Plakate erzählen, ein eigenverantwortliches, selbstbestimmtes und –bewusstes Handeln mit Blick auf dessen Folgen entwickeln. Dies setzen wir einerseits durch die Wahl eines vertrauten Motivkontextes (Social Media), wie auch durch im ersten Moment als lustig empfundene Bilder, welche jugendliche Konsummotive implizieren, und durch die in Form von Kommentaren dargestellten Folgen, um. Hierbei verzichten wir bewusst auf einen belehrenden Unterton oder ein vorgefertigtes Fazit.

Die Motive

Wir haben uns bei der Ausarbeitung der Plakatmotive aus diesem Grunde an der direkten Lebenswelt der Jugendlichen orientiert.

1. Folge: Jobverlust und ruinieren der beruflichen Zukunft

kdl_01

2. Folge: Ausgrenzung aus dem sozialen Umfeld

kdl_02

3. Folge: Vertrauensverlust zum Beispiel bei Freunden oder der Familie

kdl_03


guerilla

Die Wiedererkennung eigener Erfahrungen aus der unmittelbaren Lebenswelt der Jugendlichen wird, ohne eine direkte Ansprache, aktiviert. Der belehrende Zeigefinger wird hiermit bewusst umgangen. Automatisch stellen sie einen Bezug zu ihrem eigenen Handeln her (zB eigene Postings…) und werden im anschließenden Schritt (Kommentare unter dem Foto) mit möglichen Folgen konfrontiert. Jugendliche haben so die Möglichkeit einen Zusammenhang zu ihrer eigenen Lebenswelt und eine Schlussfolgerung für ihr eigenes Tun selbstständig zu ziehen. Das Bewusstmachen von direkten (sozialen) Folgen des Alkoholkonsums passiert hier als Konsequenz.

Wichtig ist es uns, ihnen Platz für ihre eigene Meinung zu lassen und zugleich die Möglichkeit zu geben, diese zu revidieren.

So zeitgemäß und nah an der jugendlichen Lebenswelt, ist die Kampagnenidee prädestiniert dafür, eine virale (Guerilla)- Verlängerung zu erfahren.

Zwei Möglichkeiten wären hier

• City/Edgar-Cards,
• Aufkleber

Da die Motive beliebig erweiterbar sind, wird das „Immer wieder neue Motive entdecken“ zum
wesentlichen Kampagnenbestandteil.